Leicht flatterte ihr langes, zartes Haar im Wind, als sie, noch ungebeugt, ungezähmt, durch die noch junge Welt schritt: Durch die Götter selbst hervorgegangen war Pandora ein Geschöpf aus Schönheit und Verhängnis zugleich. Ihr Gang, anmutig und beinahe schwebend, hieß ihren schweren, wissendend-ahnenden Blick Verrat, ihre Stirn schwer von dem, was sie nicht verstand: eine atmosphärische Ahnung ihres unentrinnbaren Schicksals, dass sie zur Trägerin eines Geheimnisses gemacht worden war, das nicht ihres war. Ihr war, als lausche sie auf ein fernes Pochen – etwas, das in der Tiefe des Seins schlug und sie rief, obwohl sie nicht wusste, wohin. Die Götter hatten ihr alle Gaben gegeben: Anmut, Neugier, Stimme, Verstand. Doch unter all dem glänzenden Schein lag ein unsichtbares Gewicht, ein Gefäß aus Bronze, verschlossen, versiegelt. Sie trug es, ohne den Grund zu kennen. Es war ihr beigegeben wie ein zweites Herz, und manchmal, wenn der Wind über die Felder fuhr, glaubte sie, ein Flüstern...