"Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit: Entweder du machst Licht, dort wo du bist, oder du gehst in die Sonne."

Blogs zum Sinn im Leben

Aus der Gedächtnisforschung wissen wir genug, um eine durchaus weitreichende Behauptung zu belegen: Jede Erinnerung sagt mehr über mein gegenwärtiges Erleben als über die Vergangenheit aus. Manche gehen so weit um zu denken, jede Erinnerung käme einer Erfindung gleich, sei eine rückwärts gerichtete Illusion, so, wie eine Zukunftsvision eine vorwärts gerichtete ist. Sicherlich ist irgendetwas geschehen, es wird nicht behauptet, wir würden einer reinen Halluzination erliegen, wenn wir uns erinnern. Und doch scheint eine Erinnerung mehr einer Fata Morgana, einer Luftspiegelung, oder auch einer Chimäre zu gleichen: Schon im präsenten Erleben werden Ereignisse nicht unverzerrt wahrgenommen – wir erleben doch immer aus der eigenen Perspektive heraus und schon in der Wahrnehmung und in der folgenden Weiterverarbeitung ändern wir die faktischen Begebenheiten ab. Im Weiteren, jedes Mal, wenn wir uns erinnern, fügen wir (nicht intentional) Details hinzu oder lassen welche weg. Wir kennen...

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Wir sitzen auf dem Steg und lassen die Beine ins Wasser baumeln: Wie so oft haben wir uns beim Laufen getroffen und nutzen die Morgenstille, um kurz innezuhalten. „Wohin fährst du in den Urlaub?“, fragt er, „Dahin, wo ich noch nie war“, grinse ich ihn an, wohl in dem Wissen, dass er wieder auf genau den Campingplatz fahren wird, an dem er seit 18 Jahren seine Sommerurlaube verbringt. Für ihn sind Beständigkeit und Sicherheit die höchsten Werte, die deutlich spürbaren Bedürfnisse, bei mir stehen Veränderung und Entdeckung an erster Stelle. Das meint nicht, dass wir nicht auch jeweils die gegensätzlichen Bedürfnisse haben und ausleben würden – sie sind nur in unterschiedlicher Intensität, zu unterschiedlicher Zeit und mit unterschiedlichen Verhaltensstrategien Teil unserer Leben. Die Kunst einer jeden Beziehung, einer jeden Freundschaft ist dabei, den anderen in seiner Wahl zu lassen, zu akzeptieren und zu respektieren - und nicht die eigene Entscheidung als die einzig richtige zu...

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„Ich will nur noch blaue Dinge in den Mund nehmen“, so oder ähnlich höre ich es bei einer Lesung. Wie schmeckt blau, denkt es in mir, und meine Gedanken spinnen sich weiter: Wie fühlt sich die Oberflächenspannung von Wasser auf der Zunge an? Ist es vergleichbar wie mit einer Fingerspitze über die Wangenknochen deines Geliebten zu streichen? Wie von Lippen, die gerade in Erdbeereis tauchten, geküsst zu werden? Wie ist es denn, wenn wir barfuß durch taubedeckte Lichtungen streifen, beim ersten Morgenrot uns an einen Baumstamm lehnen und zusehen, wie der See sich, vorlaut, frech, noch unbedarft und unbefleckt, im Tageslicht entzündet? Was hält dich am Leben, was lässt dich überleben, wenn alles, was dir etwas bedeutet, zerbricht? Wo nimmst du Bedeutung her, wenn alles bedeutungslos ist? Ikigai , das japanische Wort, umfasst eine eigene Philosophie des Sinns im Leben. Wörtlich übersetzt meint es „Lebenswert“: „iki“ für „Leben“ und „gai“ für „Wert“. Dabei entfaltet sich eine eigene...

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Lange haben wir geklagt, jetzt ist Zeit, wieder aktiv zu werden. Hier können wir Kants Philosophie als Leitplane nutzen. Die vier berühmten Fragestellungen Immanuel Kants, dem deutschen Vorzeigedenker der Aufklärung, umfassen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Wenn wir uns an diesen Fragestellungen entlanghangeln, spannen wir den Bogen von den faktischen Voraussetzungen unserer eigenen psychischen Krise zu eventuellen Lösungsansätzen. Legen wir los: Was kann ich wissen? Die erste Frage ist bezüglich der aktuellen Einschätzung der Gefährlichkeit und Verbreitung des Virus, Mutationsrisiken, dauerhaften und zuverlässigen Schutz durch Impfen etc. schnell beantwortet: kaum etwas. Wir können uns nicht einmal Wissen vorgaukeln , solange wir keine erfahrenen Epidemiologen sind. Und auch dann ist es fraglich, was wirklich zu wissen und was anzunehmen ist – selbst Experten sind häufig diskordanter Ansichten. Sinnvoll scheint, solange wir eben nicht...

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“We have a tendency to think in terms of doing and not in terms of being. We think that when we are not doing anything, we are wasting our time. But that is not true. Our time is first of all for us to be. To be what? To be alive, to be peaceful, to be joyful, to be loving. And that is what the world needs most.” Wenn ich diese Sätze von David Grossman, paraphrasierend, übersetze, beschreibt er unsere menschliche Neigung, uns eher im Handlungsmodus statt im Seinsmodus zu bewegen... Er meint, dass wir oft den Eindruck haben, unsere Zeit zu verschwenden, wenn wir nichts tun. Und dass dennoch unsere Zeit ganz prinzipiell dafür da ist, dass wir einfach sein können... Zeit, um lebendig, friedvoll, fröhlich zu sein, Zeit, um zu lieben... Wie können wir wissen, dass wir fröhlich sind, wenn wir keine Trauer kennen? Wie können wir wissen, dass das, was wir fühlen, Liebe ist, wenn wir nicht auch deren Verlust kennen? Ist es nicht so, dass unsere Gefühle jeweils durch ihr erfahrenes Gegenteil...

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